Psychische Belastungen

Psychische Belastungen resultieren aus unterschiedlichen Einflüssen der Arbeitssituation und beanspruchen die Beschäftigten je nach individuellen Merkmalen unterschiedlich. Die unterschiedlichen Belastungen resultieren aus der Arbeitsaufgabe (z.B. Aufgabeninhalt, Arbeitszeit, Übernahme von Verantwortung, Verarbeitung von Informationen), physikalischen Bedingungen (z.B. Beleuchtung, Klima, Lärm), sozialen und organisatorischen Faktoren (z.B. Führungs- und Kommunikationsstruktur, Betriebsklima, Zusammenhalt der Gruppe, Konflikte, soziale Kontakte) und gesellschaftlichen Faktoren (z.B. Situation auf dem Arbeitsmarkt, Werte und Normen, Verantwortung für das Gemeinwohl). Die Belastungen können auch als Stressoren bezeichnet werden.             

Aus den Belastungen resultieren Beanspruchungen. Die Beanspruchungen können bei gleicher Belastung unterschiedlich stark ausfallen. Dies hängt von individuellen Merkmalen der Menschen ab wie Fähigkeiten, Fertigkeiten, Kenntnissen, Erfahrungen, Motivation, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, gesundheitlicher Zustand, Ernährung, Konstitution und aktuelle Verfassung.

Die Analyse psychischer Belastungen kann bedingungs- oder personenbezogen erfolgen. Mit personenbezogenen Verfahren werden die individuelle Arbeitsweisen und Bewältigungsstrategien, mit bedingungsbezogenen Verfahren die psychischen Belastungen, die aus den Merkmalen der Arbeitsgestaltung resultieren, analysiert. Hier geht es ausschließlich um bedingungsbezogene Analysen, die unabhängig von den individuellen Eigenschaften der Menschen zu Beurteilungsergebnissen führen.

Bedingungsbezogene Analysen können mit unterschiedlicher Analysetiefe durchgeführt werden:

  • Orientierende Verfahren mithilfe von z.B. Checklisten lassen eine grobe Erfassung von Sachverhalten zu und bieten einfache Möglichkeiten der Skalierung wie ja/nein-Antwortmöglichkeiten.

  • Screeningverfahren dienen ebenfalls der Grobanalyse, allerdings in Verbindung mit einer mehrstufigen Skalierung der Merkmale, z.B. trifft gar nicht zu – trifft wenig zu – trifft mittelmäßig zu – trifft überwiegend zu – trifft völlig zu.

  • Expertenverfahren, die mit differenzierteren Merkmalen eine Feinanalyse erlauben - nicht durch eine anonyme Befragung, sondern durch Beobachtung oder Beobachtungsinterviews.

Wir führen Grobanalysen mit einem Screening-Verfahren und Feinanalysen im Rahmen von Workshops mit zuvor befragten Beschäftigten durch.

Der ausführliche Text informiert über die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen und ein Beispiel für die Umsetzung.